Die neue Produktion von Einwirkzeit auf dem Türmerboden des Michels:

„In Hamburg kann die Nacht nicht süße Melodien summen”

Ein Wolfgang-Borchert-Hochgenuss!
mit Texten und Musik



16., 17., 18., 19. und 20., 23., und 24., 29., 30. und 31. Mai und 02. und 03. Juni 2012

Hauptkirche St. Michaelis, 7. Boden (Türmerboden)

Wolfgang Borchert und Hamburg: das war eine ganz innige Beziehung. Der als Antikriegsdichter bekannte Autor von „Draußen vor der Tür” hat mit die schönsten Hymnen an seine Heimatstadt geschrieben. In Gedichten und Prosatexten beschreibt er fühlbare Szenen von nasskalten Hafenvierteln und von Teergeruch, von Mädchen und Vergnügen und vom Brummen und Tuten der großen Dampfer. Anlässlich seines 90sten Geburtstages wird Wolfgang Borchert in der Produktion „In Hamburg kann die Nacht nicht süße Melodien summen” vor allem als lautmalerischer Erzähler von Hamburg, von Hafenvierteln und der Elbe zu Wort kommen.
Der vom Krieg gezeichnete und geprägte Hamburger Dichter hat nicht nur ein Drama und Kurzgeschichten über die Schrecken des Krieges geschrieben. Er stand nicht draußen vor der Tür, sondern mitten im Leben. In seiner kurzen Schaffensperiode hat Borchert das ganze Menschsein beschrieben, hat von Liebe, Sehnsucht, Stimmungen, Borniertheit und Macht erzählt. Diese Vielfalt seines Schaffens werden Maria Hartmann und Jens Wawrczeck auf dem ganzen Rund des Türmerbodens zu Gehör bringen und sie werden dabei von der Akkordeonspielerin Natalie Böttcher und einem der Michel-Türmer, Horst Huhn, auf der Trompete musikalisch begleitet. Ein runder Abend über die Stadt Hamburg und einen ihrer berühmtesten Söhne.


Mit Maria Hartmann und Jens Wawrczeck
Musik: Natalie Böttcher und Horst Huhn
Regie: Heike Skiba
Dramaturgie: Nina Schnackenbeck, Christian Hanke
Technik: Fredy Nowak, Kalle Münster
Fotograf: Thorsten Böhl










Waldo & Schmerl

von Daniel Haw


Premiere am 05. November
Weitere Vorstellungen: 07., 13., 14., 19., 20., 21. und 26. November 2009
Wiederaufnahme: 01., 08., 22., 28. und 29. April,
07., 21., 23. und 28. Oktober 2010

Hauptkirche St. Michaelis, 7. Boden (Türmerboden)

Gastspiel: 26. November 2010, St. Johannes-Kirche in Buchholz


«Die Welt ist ein enttäuschender Pups», philosophiert Waldo, als er merkt, dass es keinen Kaffee mehr gibt. Und auch Schmerl, der noch immer der vermasselten Aufnahmeprüfung bei den Berliner Philharmonikern nachtrauert, hat seine besten Tage schon lange hinter sich. Seit 20 Jahren touren die beiden jüdischen Musiker durch die tiefste Provinz, träumen von Auftritten in Kassel oder Göttingen und sind ansonsten damit beschäftigt, sich wie ein altes Ehepaar Gemeinheiten um die Ohren zu hauen. Eines Tages spricht dem «zittrigen Stehgeiger» und dem «pathetischen Pianoschänder» – anstatt des erhofften Konzertmanagers – der Messias auf den Anrufbeantworter und beauftragt sie radebrechend mit der Herstellung des Friedens. Der Hamburger Autor Daniel Haw verknüpft in der Komödie «Waldo & Schmerl», wirksam Boulevard-Komik mit tieferem Ernst, spielt ironisch mit den ewigen zwischenmenschlichen Konflikten und den Problemen religiöser Traditionen – egal ob christlich oder jüdisch. Haws Erkenntnis: Die Rettung der Welt liegt in uns!

Der 1958 in Hamburg geborene jüdische Dramatiker, Maler, Komponist und Regisseur Daniel Haw studierte nach grafischer und künstlerischer Ausbildung an der School of Dramatic Arts in Riverside, Kalifornien, die Fächer Schauspiel und Regie. Es folgten Schauspiel-Engagements an diversen Bühnen sowie Film- und TV-Auftritte. 1998 gründete Haw in Hamburg das Theater Schachar, das erste jüdische professionelle Theater in Deutschland seit dem Holocaust. 2006 musste der regelmäßige Spielbetrieb, aufgrund mangelnder Förderung durch die Stadt, eingestellt werden. Mit seinem Stück «Waldo & Schmerl», das 1998 im Piccolo-Theater in Hamburg uraufgeführt wurde, erzielte Haw große Aufmerksamkeit. Haw schuf außerdem die erste jüdische Cartoonfigur in der Bundesrepublik Deutschland, Moishe Hundesohn.


Mit Wilfried Lehmann und Detlef Heydorn, Stimme Messias: Peter Franke
Regie: Heike Skiba
Dramaturgie und Regieassistenz: Christian Hanke, Nina Schnackenbeck, Björn Schlichting
Textarbeit: Liat Golan
Technik: Malte Zimmermann
Fotograf: Theo Groen





Die Ratten

Gehart Hauptmann


Premiere am 24. Januar 2008
Weitere Vorstellungen: 25., 26. Januar und 4. Mai, monsun-Theater
19. - 20. Februar, 26. und 30. März, Sprechwerk
26. April, Adelheidshof in Magelsen
29. April, Margarethenhoff in Kisdorf
29. Oktober und 15. November, Kunstnah Altona


„Det jeht hier vielen, det jeht hier allen, det jeht hier vielen Millionen Mächens so!” Von ihren Liebsten verlassen wissen die schwangeren Mächens weder ein noch aus. Das polnische Dienstmädchen Pauline verspricht ihr Neugeborenes der Frau John, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind. Ihre krankhafte Sehnsucht lässt sie kriminell werden. Lebensentwürfe brechen zusammen.
Alles unterminiert, „von Unjeziefer, von Ratten und Mäusen zerfressen”, resümiert Frau Johns verzweifelter Mann. Und der bankrotte Theaterdirektor Hassenreuter sieht unser herrliches neues geeintes Deutschland durch intellektuelle Ratten gefährdet. Figuren auf einem nicht enden wollenden Egotrip: Freudlos verfallen sie dem Irrsinn oder gehen lustvoll darüber hinweg. Nichts ist echt im Haus, in dem Gerhart Hauptmanns Ratten wohnen.


Mit Michael Wanker, Anke Schulz, Nathaly Schroeder, Ralf Janz, Joscha Henningsen, Wilfried Lehmann, Leena Fahje, Hannah Sieh, Sven Boldt
Regie/Bühne: Heike Skiba
Dramaturgie: Christian Hanke
Regieassistenz: Nina Schnackenbeck
Kostüm: Susanne Dwenger
Maske: Annabella von Rosenhagen
Licht und Technik: Kalle Münster
Fotograf: Theo Groen